
Tourentage Rotondohütte vom 18. bis 21. März 2026
Mittwoch 18. März, Realp – Rotondohütte 2573 m:
Gemeinsame Anreise mit dem Zug nach Realp.
Bei einem „Automatenkaffee“ stärken wir uns für den gemütlichen Aufstieg, über Höhenbiel, Witenwasserenstafel wo wir nach rund 1’000 Höhenmeter die Rotondo Hütte erreichen.
Jetzt heisst es Zimmer beziehen, sich mit dem feinen Hüttenkuchen stärken und die Seele baumeln lassen.
Der in grossen Mengen gefallene Neuschnee, ca 1.5 Meter und die Lawinenstufe erheblich, forderte „Pulvernase“ Ueli Bühler eine defensive Tour zu planen, die er mit uns nach dem Nachtessen besprach.
Mit zum Teil „gestöpselten“ Ohren legten wir uns zur Ruhe und träumten von dem schönen Pulverschnee und Sonnenschein.
Text: Vanessa und Tinu
Donnerstag 19. März, Rottällihorn 2912 m:
Zu viel Schnee? Gibt es nicht – aber zu viel Schnee zum Aufstehen schon. Das Rottällihorn bescherte uns ein unvergessliches Tiefschneeerlebnis mit allem, was dazugehört.
Gemütlich um 8.00 Uhr machten wir uns auf den Weg. Die aktuelle Schneelage liess eine Programmumstellung nötig werden – das ursprüngliche Ziel musste weichen, denn das Problem hiess: zu viel Schnee. Kurzerhand wurde das Rottällihorn (2912 m ü. M.) zum neuen Tagesziel erkoren.
Zunächst folgten wir noch den Spuren einer jungen Rekrutenschule, doch Ueli liess sich nicht lange leiten und schlug bald seinen eigenen Weg ein. Tapfer spurtete er durch den knietiefen Schnee, bis kurz unter den Gipfel. Unterhalb des Grates wurde das Gelände steiler und rutschiger, sodass wir für eine kurze Strecke die Harscheisen anlegen mussten. Dank der üppigen Schneedecke war dann aber das Unglaubliche möglich: Mit den Skiern ging es bis auf den Gipfel selbst – wo wir die fantastische Aussicht in vollen Zügen geniessen konnten.
Viel zu schnell begann danach die Abfahrt. Pflug oder seitliches Rutschen am Grat – jeder auf seine Art – bis eine Lücke endlich den Einstieg in die pulvrige Piste freigab. Was dann folgte, hatte wohl niemand in diesem Ausmass erwartet. Nach jedem Schwung bohrten sich die Skispitzen unerbittlich in die Schneemassen – und einer nach dem anderen nahm eine sanfte, aber unvermeidliche Landung im Powder. Das Aufstehen mit Rucksack im knietiefen Tiefschnee grenzte bisweilen ans Unmögliche.
Schnell hatte sich ein spontanes Rettungsteam gebildet: Chrigel und Tinu waren unermüdlich im Einsatz und befreiten die im Schnee steckengebliebenen Kameradinnen und Kameraden. Besonders eindrücklich – und lehrreich – war Annemaries Erlebnis, die kopfüber in den Tiefen des Pulvers versank. Ihr Abenteuer zeigte uns auf anschauliche Weise, dass solche Situationen nicht nur zum Schmunzeln sind, sondern durchaus auch gefährlich werden können.
Roland B. hatte das Pech, dass ihm bei einem Sturz ein Skistecken im tiefen Schnee abbrach – der untere Teil verschwand spurlos in den Schneemassen und war nicht mehr aufzufinden. Doch das sollte Chrigels grosser Auftritt werden: Erst fuhr er mit nur einem Stock, die andere Hand wie ein Torero schwungvoll in die Luft gestreckt, souverän und mit Stil durch den Tiefschnee ins Tal – und bewältigte anschliessend auch noch den gesamten Wiederaufstieg einstöckig. Ein Bild für die Ewigkeit.
Beim Aufstieg zur Hütte – fast auf dem gleichen Weg wie am Vortag – war Roland B. froh und dankbar, von einer etwas gemächlicheren Gruppe begleitet zu werden, eskortiert von Annemarie und Roland Eisenring. Er lässt herzlich Danke sagen. Manchmal ist ein ruhigeres Tempo einfach das Richtige.
Ein Tag, den so schnell niemand vergessen wird.
Text: Roland B
Freitag 20. März, Pizzo Lucendro 2963 m:
Schon beim Aufstieg am ersten Tag zur Rotondohütte strahlte uns der Pizzo Lucendro entgegen. Ueli, unser Bergführer und echte „Pulverschnee-Nase“, hatte die Verhältnisse genau im Blick. Heute zeigte sich der Berg von seiner besten Seite – und wir waren bereit.
Zuerst ging es mit einer Abfahrt ins Tal, bevor wir im schattigen Gelände wieder zügig aufstiegen. Ein schöner, breiter Hang – und dann plötzlich: enge Spitzkehren, steil nach oben. Morgentraining? Nein. Ueli erklärte uns, dass die Situation vor zwei Tagen noch ganz anders war und diese Spur absolut Sinn machte. Genau diese Erklärungen von einem Profi sind unglaublich lehrreich für uns. Wir nutzten die Gelegenheit der heutigen Lawinensituation, etwas weiter auszuholen. Nach diesem Hang führten uns dennoch steile Spitzkehren bis hinauf zum Skidepot.
Und dann das Sahnehäubchen: In perfektem Trittschnee über den Grat auf den Pizzo Lucendro. Der Blick ins Gotthardmassiv und hinüber ins Tessin – einfach eindrücklich bei stahlblauem Himmel.
Uelis „Pulverschnee-Nase“ hatte einmal mehr recht. Die Abfahrt ins Tal war ein Genuss – genauso wie der anschliessende, sonnige Aufstieg zurück zur Hütte.
Oben angekommen, genossen wir auf der Hüttenterrasse – zufrieden und sehr glücklich mit einem feinen Apéro.
Ein rundum gelungener Tag. Wir können nur sagen: Danke.
Text: Daniela
Samstag 21. März, Stellibodenhorn 2989 m – Oberwald:
Jeden Tag gibt es eine halbe Stunde früher Frühstück, heute um 6Uhr (zum Glück geht das nicht mehr lange weiter so😉). Mit vollem Bauch und noch volleren Rucksäcken liefen wir los, kurz vor dem Läckipass deponierten wir Skis und Rucksäcke und gingen 100hm zu Fuss steil auf das Stellibodenhorn. Zurück beim Depot war es ein kurzer Weg zum Läckipass, von wo wir runter auf den Muttengletscher fuhren, diesen querten um dann über die Muttenlücke zum Saaspass aufzusteigen. Bei leichtem Schneefall entfernten wir die Felle ein letztes Mal und starteten die lange Abfahrt nach Oberwald im Goms.
Über die Schneequalität will ich nicht sprechen, lieber loben wir Ueli für die gute Führung👍, Roland für die reibungslose Organisation 💯, die gute Zeit in der Gruppe 🤝 und das Personal im Restaurant in Oberwald für die prompte Bereitstellung des wohlverdienten Abschlussbiers und -Snacks 🍻.
Text: Simon
Nochmals ein herzlicher Dank an den Bergführer Ueli Bühler für die Führung und Roland Eisenring für die Organisation dieser wunderbaren Tage!
Drbi gsi isch: Ueli Bühler (Bergführer), Roland (Organisation), Anna-Marie, Becky, Chrigu, Daniela, Roland B., Simon, Tinu, Vanessa
Biudli: Teamwork
Mittwoch 18. März, Realp – Rotondohütte 2573 m
Donnerstag 19. März, Rottällihorn 2912 m
Freitag 20. März, Pizzo Lucendro 2963 m
Samstag 21. März, Stellibodenhorn 2989 m – Oberwald:
