
Tourenwoche Bivio vom 22. bis 28. Februar 2026
Wegen erheblicher Lawinengefahr nach Neuschnee und hohen Temperaturen beschränkten sich unsere Ziele meist auf Pässe, Grate und Fuorclas…
Wegen erheblicher Lawinengefahr nach Neuschnee und hohen Temperaturen beschränkten sich unsere Ziele meist auf Pässe, Grate und Fuorclas…
In der Vorwoche hat es in der ganzen Schweiz heftige Schneefälle gegeben, in der Region Julierpass etwas weniger, was aber die Lawinensituation keinesfalls einfacher machte. Unter der mässigen Neuschneedecke verbarg sich nach wie vor eine heikle Schwachschicht, so dass sich unsere Bergführerin Andrea die ganze Woche mit heikler erheblicher Lawinengefahr eine defensive Taktik und Routenwahl ausdenken musste.
Das Hotel Grischuna, unsere ausgezeichnete, gemütliche Unterkunft für diese Woche überraschte täglich mit herrlichen Abendmenüs in der schönen Arvenholzstube, einem äusserst umfangreichen Frühstücksbuffet, erst kürzlich renovierten Zimmern und einem schönen in Steinmauer gehaltenen Wellnessbereich sowie stets freundlichem und flexiblem Personal.
Pass dal Lunghin 2664m:
Die Montagstour führte uns Andrea durch das Val Tgavaretga auf den Pass del Lunghin. Vorerst noch etwas wolkenverhangen, verbesserte sich das Wetter im Aufstieg stetig und gab gar den Blick frei auf die Bergeller-Bergwelt mit dem mittlerweile berüchtigten Pizzo Cengalo.
Plang Camfer 2210m:
Der Dienstag war wettermässig der absolut trübste Tag in dieser Woche. Etwas Bewegung in der frischen Bergluft war angesagt. Von herrlicher Skitour konnte keine Rede sein. So führte uns Andrea bei hochgezogenenen Kapuzen erneut das Val Tgavaretga hoch mit Ziel Septimerpass. Auf halbem Weg kehrten die ersten wieder ins Hotel zurück und die «hartgesottenen» stapften weiter in Richtung Pass da Sett. Auf der Plang Camfer war dann von «hartgesotten» nichts mehr zu hören und die Umkehr beschlossene Sache. Ein Besuch im wunderbar renovierten Hotel Löwe in Mulegns (auch bekannt durch eine SRF-Doku) war dann unser Ziel für den Nachmittag.
Piz_Campagnung 2782m und Fuorcla digl Leget 2767m:
Die Mittwochstour begann mit kurzer Autofahrt bis La Veduta unterhalb des Julierpasses. Via Val d’Agnel ging’s links die schönen Hänge hoch bis zum Pass kurz unterhalb des Piz Campagnung auf 2782müM. Der Schnee hatte sich an der Sonne bereits prächtig aufgeweicht und war herrlich zu fahren. Auf defensiver Route fuhren wir knapp 300 Höhenmeter ab um dann nochmals aufzufellen und etwas oberhalb der Fuorcla digl Leget nochmals die schönen Abfahrtshänge zu geniessen. Eindrücklicher Anschauungsunterricht zum aktuellen Lawinenbulletin war ein mächtiges Schneebrett, welches ein Zermatter Bergführer einer anderen Gruppe bewusst und schadlos ausgelöst hat.
Fuorcla Alva 2866m und Fuorcla Chamuotsch 2840m
Am Donnerstag starteten wir beim Restaurant Ospizio La Veduta wiederum in nördlicher Richtung auf die Zweipässetour. Vorerst in Richtung Fuorcla Alva wo wir beim Punkt 2866 eine Pause einlegten, bevor wir dann ostwärts unterhalb des Crap Alv vorbei zur Fuorcla Chamuotsch bis ca 2840m aufstiegen. Der Schnee erwies sich nicht wirklich als besonders abfahrtstaugleich auch mahnte uns Andrea mittels Abstand um Umgehung der steileren Passagen immer wieder an die ungemütliche Lawinensituation.
Roccabella 2731m:
Für Freitag war erneut schönes und warmes Wetter angesagt, der Aufstieg auf die «bella» Roccabella war angesagt mit Abmarsch direkt von Bivio. Auch dies eine herrliche Tour mit wunderbarer Rundsicht bei wolkenlosem Himmel. Das war auch der erste und einzige Gipfel in dieser Woche, den wir in dieser angespannten Situation erklommen. Die letzten paar Meter sogar zu Fuss. Auch auf dieser Tour gab es eine weitere «Auffellrunde» um die schönsten Abfahrtshänge ein zweites Mal geniessen zu können.
Anschliessend an die Tour verabschiedeten wir Andrea, unsere umsichtige Bergführerin, die sich trotz der widrigen Umstände jeden Tag eine Lösung für eine äusserst gelungene und vor allem sichere Tour ausgedacht hat.
Pare Neira 2460m:
Am Samstag fuhren wir noch zu siebt in den hübschen, kleinen Weiler Marmorera am gleichnamigen Stausee und starteten dort eine Tour, die sich unser Tourenleiter Simon ausgedacht hatte. Via Val de Natons steigen wir über die weiten Sonnenhänge zu unserem Ziel der Pare Neira hoch. Hier geniessen wir erneut ein wunderbare Rundsicht. Auf der Nordseite unter uns befindet sich die ausgedehnte liebliche Hochebene der Alp Flix. Aufgrund der herrlichen, dünnen Sulzauflage steigen wir nach erster jauchzender Abfahrt nochmals auf zum gleichen Ziel. Diese Tour war ein wunderbarere Schlusspunkt dieser Tourenwoche.
Ein herzlicher Dank gebührt unserer umsichtigen Bergführerin Andrea für die äusserst kompetente und sichere Leitung und allen Teilnehmern für die jederzeit fröhliche und gute Stimmung. Äs het gfägt!
Drbi gsi isch: Andrea Jacomet (Bergführerin und Leitung), Anna-Marie, Roland, Diana, René, Koni, Monika, Simon, Trix, Walä
Biudli u Text u Organisation: Walä
Mo, 23.02.2026 Pass dal Lunghin 2664m
Di, 24.02.2026 Plang Camfer 2210m und Hotel Löwe in Mulegns
Mi, 25.02.2026, Piz Campagnung 2782m und Fuorcla di Leget 2767m
Do, 26.02.2026, Fuorcla Alva 2866m und Fuorcla Chamuotsch 2840m
Fr, 27.02.2026 Roccabella 2731m
Sa, 28.02.2026 Pare Neira 2460m
